Im Detail
Entstehung und Geltung
Die Leitlinie geht auf ICH Q2A (1994) und Q2B (1996) zurück, die 2005 zu Q2(R1) zusammengeführt wurden. Die vollständig überarbeitete Fassung Q2(R2) wurde am 1. November 2023 auf Step 4 verabschiedet. Sie berücksichtigt neuere Analysetechniken und ist inhaltlich auf ICH Q14 zur Entwicklung analytischer Verfahren abgestimmt. In der EU gilt sie seit dem 14. Juni 2024.
Anwendungsbereich
Q2(R2) gilt für Verfahren zur Freigabe- und Stabilitätsprüfung kommerzieller Wirkstoffe und Fertigarzneimittel, chemisch wie biologisch. Sie kann risikobasiert auf weitere Verfahren der Kontrollstrategie angewendet werden. In der klinischen Entwicklung lassen sich die Grundsätze phasengerecht anwenden.
Validierungsmerkmale
- Spezifität beziehungsweise Selektivität
- Arbeitsbereich (Range) mit Kalibriermodell, linear oder nichtlinear, sowie untere Bereichsgrenzen (Nachweis- und Bestimmungsgrenze)
- Richtigkeit
- Präzision: Wiederholpräzision, Zwischenpräzision und Vergleichspräzision
Welche Merkmale nötig sind, hängt vom Zweck ab. Für eine Identitätsprüfung genügt in der Regel die Spezifität, für Gehalt und quantitative Verunreinigungsprüfungen kommen Arbeitsbereich, Richtigkeit und Präzision hinzu.
Was sich gegenüber Q2(R1) geändert hat
Statt nur von Linearität spricht die Leitlinie vom berichtbaren Bereich und erlaubt auch nichtlineare und multivariate Kalibriermodelle. Neu sind Hinweise zu multivariaten Verfahren wie NIR und Beispiele für Techniken wie qPCR, NMR und LC/MS. Die Robustheit wird nach Q2(R2) in der Regel bereits während der Entwicklung nach ICH Q14 untersucht. Vor der Validierungsstudie ist ein Protokoll mit Zweck, Merkmalen und Akzeptanzkriterien zu erstellen, die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst. Der Systemeignungstest (SST) ist nach der Leitlinie fester Bestandteil des Verfahrens und dient als regelmäßige Leistungskontrolle. Wird ein etabliertes Plattformverfahren für einen neuen Zweck eingesetzt, kann die Validierung mit wissenschaftlicher Begründung verkürzt werden.
In der Praxis bei A&O Pharma
Analytische Methodenvalidierung ist Teil unserer strategischen GxP-Beratung. Unser GMP-zertifiziertes Labor in Itzehoe bietet unter anderem Spurenanalytik per Triple-Quadrupol-LC-MS/MS sowie Rohstoffprüfung nach Ph. Eur. oder einer alternativen Monographie an.
GMP- und GxP-Beratung & QA-UnterstützungHäufige Fragen
Seit wann gilt ICH Q2(R2) in der EU?
Die EMA gibt als Datum der Anwendung den 14. Juni 2024 an. Verabschiedet wurde die Leitlinie von ICH am 1. November 2023.
Was ist der Unterschied zwischen ICH Q2(R2) und ICH Q14?
ICH Q14 beschreibt die Entwicklung analytischer Verfahren, ICH Q2(R2) deren Validierung. Beide sind aufeinander abgestimmt, Daten aus der Entwicklung können als Teil der Validierungsdaten dienen.
Gehört die Robustheit noch zur Validierung?
Nach Q2(R2) wird die Robustheit in der Regel während der Entwicklung nach ICH Q14 bewertet, vor der eigentlichen Validierungsstudie. Die Ergebnisse können mit den Entwicklungsdaten eingereicht oder auf Anfrage vorgelegt werden.